Prozessvisualisierung modularer Inhalte
im Rahmen von E-Learning
Dr. Lothar Snyders, Rainer Brünen, Guido Hemesath
Technische Schulen des Kreises Steinfurt
Liedekerker Straße 84
48565 Steinfurt
doc-snyders@web.de
r.bruenen@tssteinfurt.de
g.hemesath@tssteinfurt.de
Hierbei handelt es sich um eine audiovisuelle Darstellung von Lehreinheiten mit dem Ziel,
einen Erkenntnisprozess – welcher zu neuem Wissen führen kann – Schritt für Schritt in Film,
Bild, Text und Ton aufzubereiten.
Im Rahmen des „VDE-Technik-Preis 2006“ ist mit Schülern ein Konzept entwickelt worden, das die Produktion und Bereitstellung von Unterrichtseinheiten im Rahmen von innovativem E-Learning in einfacher und effizienter Weise ermöglicht. Als Weiterentwicklung ist daraus ein Konzept entstanden, welches aktuell in schulexternen Lehrerfortbildungen umgesetzt wird. Dabei wird gezeigt, dass es mit Hilfe aktueller IT-Technik für Schüler(innen) und Lehrer(innen) möglich ist, fachliche Inhalte Schritt für Schritt in Film, Bild und Ton orts- und zeitunabhängig zu visualisieren und anderen als Selbstlernsequenz – mit der Option der Weiterentwicklung – zur Verfügung zu stellen. Unter Hinweis auf Jean Pol Martins Methode „Lernen durch Lehren“ wird der didaktische Hintergrund der Prozessvisualisierung modularer Inhalte im Rahmen von E-Learning aufgezeigt. Dabei wird deutlich, dass mit dieser Methode gesellschaftliche Schlüsselqualifikationen auf schulischer Ebene von Schülerinnen und Schülern erworben werden können. Sie nehmen dabei die Chance wahr, initiativer zu lernen und autonomer zu handeln und so selbstverantwortliches Handeln in einer demokratischen Gesellschaft zu erlernen
1 Lernen durch Lehren als Basistechnik
Wir wollen zunächst auf die besonders von Jean-Pol Martin vertretene und entwickelte Methode des „Lernen(s) durch Lehren“ (LdL), als - wie er formuliert - „Vorbereitung auf die Wissensgesellschaft“ eingehen, da, wie uns scheint, diese Verfahrensweise viele theoretische und praktische Inhalte und Hinweise vorwegnimmt, die durch das hier vorzustellende „E-Learning“ aufgenommen werden können.
Historische Vorbilder des „docendo discimus“ gibt es schon in der Antike - man denke etwa an Seneca -, aber auch die eher als Mangelbewältigung im 19. Jahrhundert eingeführte Übernahme von Unterricht durch Schüler für fehlendes Lehrpersonal deutet auf eine solche Methode hin. In der Bundesrepublik beschäftigte sich erstmals Krüger 1975 - allerdings ohne nachhaltige Wirkung - mit diesem Thema. In den achtziger Jahren bis in die heutige Zeit hinein entwickelte Martin auch und zunächst auf empirischer Basis dieses Konzept weiter.
Das Lernen durch Lehren soll u. a. besonders dem Aufbau von Schlüsselqualifikationen dienen. Damit stellt sich natürlich die Frage, was in heutiger Gesellschaft mit Schlüsselqualifikation gemeint sein kann. Es finden sich zunächst Qualifikationen, wie sie insbesondere in der Wirtschaft verlangt werden - etwa in Trainingsseminaren für Führungskräfte. Beispiele dafür sind:
- die Fähigkeit in komplexen Zusammenhängen zu denken
- Teamfähigkeit und Empathie, also das Hineinfühlen und Denken in andere Strukturen
- Kommunikationsfähigkeit, daraus folgernd Fähigkeit zur Präsentation und Moderation
- Selbstbewusstsein
- exploratives Verhalten, also das Betreten neuer Felder
- Organisationstalent
- Durchsetzungskraft und Fähigkeit andere Menschen einzubinden und für gemeinsame Ziele zu begeistern.
Diese komplexen und umfangreichen Qualifikationszielsetzungen müssen selbstverständlich auf die pädagogisch-schulisch-didaktische Ebene heruntergebrochen werden. Ganz allgemein gesprochen heißt das, der Unterricht muss dazu dienen, Schüleraktivität anzuregen, die Kreativität der Schülerinnen und Schüler zu fördern und er soll Selbstbewusstsein schaffen und stärken.
Lernen durch Lehren kann als „Basistechnik“ , so Martin, für Unterricht im Zeitalter des Internets dienen. Dazu ist das Erlernen der Kommunikation mit der Umwelt und der dafür erforderlichen Technik nötig und dafür wiederum der Erwerb neuer Qualifikationen. Dies alles hat zum Ziel: die Generierung von Wissen und Prozesswissen. Dazu ein Hinweis am Rande: der Anteil von Wissen an der Gesamtwertschöpfung eines Unternehmens liegt aktuell, wie Heinz Mandl schätzt, bei über 60%. Dies deckt sich mit dem schon fast sprichwörtlichen: „Wenn Siemens wüsste, was Siemens weiß …“.
2 Wissen und Kommunikation im Unterricht
Was ist nun eigentlich unter dem Begriff des Wissens zu verstehen? Für die Definition von Wissen hilft uns in diesem Zusammenhang die im Auftrage des Bundesbildungsministeriums durchgeführte Delphi-Studie weiter, die Wissen definiert als: „Sammlung in sich geordneter Aussagen, die ein vernünftiges Urteil zum Ausdruck bringen und dies anderen über ein Kommunikationsmedium in systematischer Form übermitteln.“ Und dabei gehören zur Herausbildung des persönlichen Wissens vor allem individuelle Eigenleistungen wie Bewertung, Gewichtung und Interpretation.
Wir folgern daraus: zentral ist vor allem Kommunikation und Kommunikationsfähigkeit. Im Vergleich zu herkömmlichen Lehrmethoden lässt sich das mit Martin so formulieren: „Während im lehrerzentrierten Unterricht die Informationen von Vornherein geordnet und linear dargeboten werden (Linearität a Priori), werden im Lernen durch Lehren die Informationen eher ungeordnet dargeboten und erst im Nachhinein zu einem geordneten, linearen Wissen organisiert (Linearität a posteori).“
Der Unterricht wird besonders durch das Internet zu einem Ort, an dem nicht mehr Informationen vermittelt werden, sondern zu einem Ort, an dem extern gewonnene Informationen durch intensive Kommunikation zu Wissen umgeformt werden. Dabei kommt es nun auf die Fähigkeit der Schüler an Informationsquellen zu erschließen und Informationen als wertvolle Rohstoffe zu erkennen.
Für die Schülerinnen und Schüler ergibt sich durch das Internet auch eine neue Bühne und dadurch wiederum im Ergebnis eine höhere Nicht-Linearität des Unterrichts. Auch unsrer eigene schulische Praxiserfahrung scheint zu belegen, dass sich die im Internet herrschende Spontanität auf die Haltung der Schülerinnen und Schüler im Unterricht überträgt. Eine weitere Folge einer solchen Bühne wird die Erhöhung der Selbstpräsentationsansprüche sein: die öffentlichen Auftritte der Schüler müssen qualitativ verbessert, ihre Kontaktfähigkeit muss geschult werden, dabei schließt im Idealfall die Internetkompetenz auch die Fähigkeit ein, Anbieter und Abnehmer von Ressourcen zusammenzuführen, also aktiv Schüler, Studenten und Menschen zu vernetzen.
Welche Qualifikationen und Kompetenzen scheinen hierbei erreichbar? Es können u. a. diese sein:
- die Fähigkeit, Handlungsbereitschaft zu erkennen und zu mobilisieren
- die Fähigkeit, Kommunikation nach außen einzuleiten und aufrecht zu erhalten
- die Fähigkeit, für die Gruppe relevante externe Ressourcen auch und besonders bei den Gruppenmitgliedern aktiv zu suchen
- die Fähigkeit, die erstellten Wissensprodukte als Ressource sichtbar zu machen, auch im Sinne einer Aufmerksamkeitsökonomie
- die Fähigkeit, auf der Grundlage des erarbeiteten Wissen neue Aktivitäten zur Informationssuche an- und einzuleiten (Durchführung neuer Projekte zur Schaffung neuer Informationen).
3 E-Learning und Teleressourcing
Unser Konzept des E-Learnings setzt nun an dem oben Gesagten an und wir glauben, dass die Schülerinnen und Schüler damit, wie es in der pädagogischen Wissenschaft so schön formuliert heißt, dort abgeholt werden, wo sie stehen, da sie mit ihren eigenen Mitteln auf ihrer aktuellen individuellen intellektuellen Ebene selbst beginnen, ihren eigenen Lern-Lehr-Prozess einzuleiten, durchzuführen und zu präsentieren.
Ein paar kurze Sätze zu Konzepten des E-Learnings, ohne dabei besonders auf die amerikanischen Protagonisten einzugehen: Es sind bisher schon eine Vielzahl von Formen telekommunikativen Lernens vorhanden, die nur aufzählend genannt werden sollen, wie etwa Teleangebote zur Bereitstellung von Informationen, Teleinformation als Möglichkeit zur eigenständigen Recherche im Internet, Teledialog und Telekooperation als Nutzung der Telekommunikationsnetze durch mehrere Personen oder Gruppen zum Austausch oder der Arbeit an gemeinsamen Vorhaben. Daneben treten das Teletutoring als Weiterentwicklung des klassischen Fernunterrichts unter Zurückgreifen auf einen personalen Tutor mittels Telekommunikation und schließlich das Teleteaching bei dem der Unterricht über telekommunikative Techniken zu den Lernenden übertragen wird.
Eine wachsende Bedeutung kommt dem sogenannten Teleressourcing zu. Darunter ist in der Formulierung Andreas Scheltens zu verstehen, dass über das Internet technische Komponenten Nutzern zur Verfügung gestellt werden, wobei die Nutzer sich nicht am Ort der technischen Komponenten befinden.
„Der verstärkte Einsatz von Teleressourcing ist vor allem in Bereichen denkbar und wünschenswert, in denen die gleichzeitige Ausstattung mehrerer Bildungsinstitutionen zu kostspielig oder nicht realisierbar ist. In solchen Fällen wird bisher zum Teil auf Simulationen zurückgegriffen, die aber meist nur einen eingeschränkten Realitätsbezug haben. Diesem Mangel kann durch real existierende, aber entfernte Schulungsobjekte abgeholfen werden. Besonders für berufliche Schulen bietet sich Teleressourcing an. Bei Zunahme fachlicher Spezialisierungen in Ausbildungsberufen sowie bei kapitalintensiven Geräte- und Anlagenausstattungen wird Teleresourcing zu einer Möglichkeit, wie eine berufliche Schule aber sicherlich auch die Universität Zugriff auf Ausstattung bekommt, die nicht mehr am Ort vorhanden sein muss. […] Schulaufwandsträger können Kosten konzentrieren, indem an wenigen Stätten professionelle Anlagen vorgehalten werden, die sich intensiv nutzen lassen“.
In unserer Vorstellung von der Möglichkeit eine weitere Art von Teleressourcing zu nutzen, geht es um die Verknüpfung aktueller informationstechnischer Werkzeuge durch welche ein qualitativer und quantitativer Mehrwert für Unterricht an Schulen entstehen kann. Die Vielfältigkeit unterschiedlicher Darstellungen ergibt sich aus und auf verschiedenen Zugangs- und Evaluationsebenen. Es kann gezeigt werden, dass es mit aktueller Informationstechnik für Schüler möglich ist, fachliche Inhalte Schritt für Schritt in Film, Bild und Ton orts- und zeitunabhängig darzustellen und anderen Schülern als Selbstlernsequenz – mit der Option der Weiterentwicklung – zur Verfügung zu stellen.
Als Voraussetzungen einer solchen Ressourcenbildung sind einige Grundsätze zu beachten.
- Fachliche Inhalte müssen als eigenständige Module unabhängig von einem Raum und von vorgegebenen Zeiten präsent und abrufbar sein.
- Diese Module müssen didaktisch so aufbereitet sein, dass die notwendigen Prozesse visualisiert werden.
- Werkzeuge und Medien zur Kommunikation mit Lehrern und Schülern und zum Datenaustausch müssen vorhanden sein.
- Die entstehenden Module sollen beliebig austauschbar und erweiterbar sein.
- Die benötigten Werkzeuge und Medien sollen kostengünstig oder kostenlos und der Umgang mit ihnen schnell zu erlernen sein.
Ziel ist nun, dass alle Bildungseinrichtungen mit geringem Aufwand diese Vorgehensweise unterstützen und gemeinsam eine prinzipiell schrankenlose Datenbank mit Selbstlernsequenzen für alle Schüler in allen Fächern erzeugen.
4 Vorteile und Bedeutung von E-Learning für den Unterricht
Zusammenfassend können unserer Meinung nach die Vorteile des E-Learnings beschrieben werden als die Möglichkeit
- Unterricht zu individualisieren und zu differenzieren, das Stichwort dazu lautet „fordern und fördern“.
- verborgene Schätze, wie sie in den Köpfen der Schüler vorhanden sind und auch jeder besitzt, nicht nur zu heben, sondern auch für alle zugänglich zu machen!!
- zu lernende Inhalte von Ort, Zeit und Raum zu lösen.
- traditionelle lineare Denk- und Lernkonzepte aufzubrechen und flexiblere, netzwerkartige Konzepte zu verwirklichen.
- Lernkontrollen zu individualisieren und Repetitionsaufgaben zu variieren.
- Synchron und asynchron zusammen zu arbeiten.
- zeit- und ortsunabhängig zu lernen.
- „just in time“ zu lernen.
- arbeitsprozessintegriert zu lernen.
- Dokumentation und Wiederholungen zu vereinfachen.
- Lernobjekte wieder verwendbar zu machen.
- Audio und Videodokumente leicht einzubinden.
Bei dem einen oder anderen Leser wird sich spätestens jetzt vielleicht die ketzerische Frage aufgedrängt haben: Wozu dann noch Lehrer, Dozenten und Professoren?!
Wenn wir davon ausgehen können, dass in Zukunft die Informationen extern eingeholt werden und die Unterrichtszeit zur Umformung von Wissen benutzt wird, wird die Rolle des Lehrers mit Sicherheit eine andere werden müssen. Nicht mehr die Stoffdarstellung, sondern die Klärung von offenen Fragen und die Bewertung und die Hierachisierung von Informationen werden im Mittelpunkt des Unterrichts stehen – die Lehrerinnen und Lehrer werden, wie in vielen pädagogischen Ansätzen gefordert, weit mehr zu Moderatoren eines von Schülerinnen und Schülern dominierten Unterrichts.
Das bedeutet für den Unterrichtsablauf - und hier beziehen wir uns wieder auf Martin -, dass der von den Schülerinnen und Schülern selbstregulierte Unterricht vereinfacht gesagt in drei Stufen ablaufen kann:
- Beschaffung von Informationen
- Umformung der Informationen zu Wissen
- Präsentation des neu erstellten Wissens als Prozesswissen als eigenes Produkt der Schülerinnen und Schüler
Die Währung der Zukunft ist, wie amerikanische Autoren meinen und wir glauben schon der Gegenwart ist: Aufmerksamkeit. Ziel von Unterricht kann und bis zu einem gewissen Grade müsste es daher sein, dass die Schüler im Unterricht für sich selbst und andere abrufbares Wissen erstellen und dieses Wissen mit Hilfe der neuen Medien auch nach Außen präsentieren.
So können sie nicht nur in der „Aufmerksamkeitsökonomie“ reich werden, sondern im Austausch mit anderen Schülern, Lehrer, Bildungsträgern und ökonomischen Einrichtungen schon in der Schule tatsächlich „für das Leben lernen“. Denn Schülerinnen und Schüler können die Chance wahrnehmen, initiativer zu lernen und autonomer zu handeln und werden so reifer für ein selbstverantwortliches Handeln in einer demokratischen Gesellschaft. Interessanterweise hat sich das beschriebene Konzept auch schon in seiner Weiterentwicklung im Sinne von Lernen durch Lehren erfolgreich bewährt. In Lehrerfortbildungen wurden die Schülerinnen und Schüler, die sich im Unterricht mit dieser Methode vertraut gemacht hatten, als „Lehrende mit Expertenwissen“ eingesetzt. Nach kleinen Berührungsängsten waren die zur Fortbildung erschienenen Lehrerinnen und Lehrer, wie die vorgenommene Evaluation nachwies, ganz begeistert von der Möglichkeit, in solcher Weise auf das durch Lehren erlernte Wissen der Schüler und Schülerinnen zurückgreifen zu können und selbst die Methode mit dem Ergebnis der Methode erlernen zu können.
5 Umsetzung des Konzeptes
Vorhandene PC-Kenntnisse in einfacher Form werden bei den Schülerinnen und Schülern vorausgesetzt. Um das Rüstzeug für die technischen Voraussetzungen zu erwerben, benötigen die Schülerinnen und Schüler in der Regel 6 Schulstunden. Die Erschließung von Inhalten und deren Strukturierung ist selbstverständlich abhängig vom gewählten Thema. Für die Erstellung eines Moduls zur Kurvendiskussion im Bereich der Mathematik (Fachhochschulreife) wurden zum Beispiel weitere 6 Schulstunden benötigt. Hier wurden in verschiedenen Klassen sowohl gruppengleich wie auch gruppenverschieden Thematiken ausgewählt. Es zeigte sich, dass die Schülerinnen und Schüler in gegenseitiger Ergänzung ihre PC-Kenntnisse erweiterten und ihre Persönlichkeitsentwicklung durch Bereitschaft zur Teamarbeit und deren konsequenter produktorientierter Durchführung positiv beeinflusst wurde. Ersichtlich war dies vor allem in den Präsentations- und Evaluationsphasen, in denen die Schülerinnen und Schüler insbesondere positive und weiterführende Kritiken äußerten, die häufig in Vertiefung und Neubearbeitung der Inhalte mündeten. Die Schülerinnen und Schüler sahen neben den inhaltlichen Ergebnissen besondere Vorteile darin, dass sie ihre PC-Kenntnisse erweitern, den Umgang mit Softwarekomponenten unter gegenseitiger Anleitung erlernten sowie mit Lernplattformen arbeiten konnten. Die Idee der Möglichkeiten fächerübergreifend (z.B. Projekte der Fächer Politik/ Wirtschaft/Deutsch) mit der neuen Arbeitstechnik zu agieren, entstand aus den Überlegungen der Schülerinnen und Schüler selbst. Kolleginnen und Kollegen unserer und anderer Schulen, die mit der Technik in Weiterbildungsveranstaltungen bekannt gemacht wurden, bestätigen diese positiven Eindrücke.
Diese so zu nennende „Prozessvisualisierung“ modularer Inhalte ist dann innovativ, wenn die beteiligten Lerner diese Inhalte selber konstruktivistisch generieren können, die entstehenden Selbstlernmodule zur Bewertung bereitstellen, die Selbstlernmodule bewerten und verbessern, sowie die optimierten Ergebnisse veröffentlichen können. Damit wird ein qualitativer und quantitativer Mehrwert für den Unterricht geschaffen.
Dazu notwendig sind entsprechende Instrumente.

Folgende Medien für die Produktion der Selbstlernsequenzen sind bisher eingesetzt worden:
- Camtasia 3.0 (5.0) als Werkzeug, um die Desktop-Aktivitäten zu filmen.
- MS Visio 2003 SP1 (2007) als Hilfe, um Vektoren und technische Zeichnungen darzustellen.
- MS Power Point 2003 SP1 (2007) um die Module in eine Präsentation einzubinden und mit Hilfe des Viewers unabhängig von MS Office beim Betrachter verfügbar zu machen.
- Math Type 5.2 als mathematischer Formeleditor.
- Mathcad 8.0 um mathematische Zusammenhänge darzustellen und zu berechnen.
Für die Bereitstellung im Intranet und im Internet sind bisher folgende Produkte verwendet worden:
- MS Share Point Portal Server 2003 (SharePoint Server 2007) zum gemeinsamen Arbeiten an Dokumenten.
- MS Share Point Services 2.0 SP1 (3.0) zur Ermöglichung einfacher Generierung von Umfragen und erstem Schritt zur systematischen Evaluation der Selbstlernsequenzen.
- Teamspeak 2.0 um im Team weltweit über das Internet zu kommunizieren.
- MSN Messenger 7.5 (Live) um die weltweite Kommunikation und den einfachen Datenaustausch über da Internet
- zu ermöglichen.
- MS Windows XP Professional (Vista Business) als Betriebssystem
Lehrerinnen und Lehrer werden durch das E-Learning, was allzu vielen noch zu schwer fällt – und wir geben zu, auch uns - zur Teamarbeit gezwungen und zur Zusammenarbeit mit außerschulischen Bildungsträgern. Auch in diesem Zusammenhang begreifen wir diese Art des E-Learnings als eine Chance nicht nur für unsere Schule im Sinne eines selbstregulierten Lernens.
Literaturhinweise
Back, A.; Bendel, O.; Stoller-Schai, D.: E-Learning im Unternehmen: Grundlagen - Strategien - Methoden – Technologien, Zürich, 2001
Vgl. dazu u.a. Martin, J.-P.: „Lernen durch Lehren“ – Vorbereitung auf die Wissensgesellschaft , Vortrag, Tübingen, 2001; ders. u. a.: Lernen durch Lehren (LdL), in: Die Schulleitung – Zeitschrift für pädagogische Führung und Fortbildung in Bayern, Heft 4, 12/2005, 29. Jahrgang, S. 3-9.
Wenn Siemens wüsste, was Siemens weiß. So lautet der Slogan des Knowledge-Management-Projektes des Siemens Konzerns. Gemeint sind damit folgende Probleme: Informationssuche frisst bis zu 30% der Arbeitszeit. Wissen geht dem Unternehmen verloren, wenn einzelne Mitarbeiter(innen) ausscheiden. Das Unternehmen hat keinen Zugang zu den Erfahrungen der Mitarbeiter und kann diese nicht innovationsfördernd nutzen. Wissen bleibt bei den Experten. Vgl. www.nowcon.de/index.
Vgl. dazu ergänzend: Reusser, K.: „E-Learning“ als Katalysator und Werkzeug didaktischer Innovation, in: Beiträge zur Lehrerbildung 21 (2), 2003, S. 187ff.